Ein nettes hallo hier ins forum,
ich hab da einfach mal ne frage.
Hat jemand von euch schon mal was von cuisine style gehört? wenn ja dann gebt doch mal ein paar rezepte preis oder erzählt was feines drüber
Jeder der vielleicht schon mal in london in den letzten jahren in einer dortigen szene bar gearbeitet oder auch besucht hat, der müsste damit was anfangen können.
Hab auch mal gegooglet und nur was zur Eröffnung irgendeiner Bar in Deutschland entdeckt. Das war's - scheint also doch noch nicht sooo in aller Munde zu sein, der Begriff.
Soweit ich's kapiert hab, geht's jedenfalls um den Einsatz von explizit frischen Säften, nix mit Packungen und so. Ob nun zwangsläufig auch noch irgendwelche Gewürze dazu kommen oder nicht, konnt ich nicht ganz herauskitzeln aus dem Bericht..
Ja genau, cuisine style bedeutet einfach nur wie in der küche zu arbeiten, alles frisch und nur die besten zutaten und sind meisten short drinks, also werden meistens im martiniglas serviert.
wie du schon sagtest, frisch gepresste säfte sind sehr von vorteil, man kann natürlich auch säfte aus der packung nehmen aber dann bitte auch die guten
gewürze hattest du auch angesprochen, gewürze lassen einen cuisine cocktail erst richtig im geschmack explodieren und was noch auf jedenfall frisch sein muss sind früchte, ob es nun frische melone, ananas, erdbeeren, himbeeren, kumquats oder einfach nur limette bzw zitrone sind, diese frischen früchte machen den großteil des geschmacks aus. Sirup in jeglicher art wird kaum benutzt, meistens nur der rohrzucker sirup, dieser bringt den geschmack der frischen früchte erst richtig zum tragen, da einige früchte halt nich so sehr intensiv sind wird dann einfach ein dash oder 1cl gommé/rohrzuckersirup mit gemixt.
Die zwei wichtigsten arbeitsmittel beim herstellen eines cuisine style cocktails sind der muddle stick und ein teesieb.
wozu der muddle stick/ stössel da ist wissen wir eh alle, um die frischen früchte zuzerkleinern/ zerdrücken, wie auch immer und der teesieb wird beim abseihen einfach als zweites sieb, neben unserem strainer, als feinsieb benutzt um mögliche größere fruchtstücke nicht im drink enthalten zuhaben. es gibt natürlich auch viele drinks wo bei der cocktail einfach nur mit samt allen früchten umgeschüttet wird also immer brauch man diesen teesieb nicht.
Hier ein rezept:
Rosie´s Bombee
Mixingglas 1/3 mit frischer geschnitterner ananas füllen,
1 BL Honig
1 Zweig Rosmarin, je nach intensivität weniger oder mehr, das mus man immer probieren
4 cl Bombay Sapphire Gin
Ananas und Honig klein muddlen, bis es sehr flüssig fast schon eine suppe ensteht, das geht recht fix, mixingglas mit würfeleis auffüllen, rosmarin rein und Gin einmessen, kräftig shaken und per double strain/fine strain in eine martinischale abseihen.
als Garnitur einen Rosmarinzweig in das glas geben.
Danke für den ausführlichen Bericht, jetzt gibts endlich auch eine gute Beschreibung im deutschsprachigen Internet
Beim Rezept bin ich etwas stutzig geworden, muß man wirklich das Glas zu einem Drittel mit Ananasstücken füllen? Kommt dann nur der Saft in das Martiniglas, und alle gröberen Ananassteile bleiben dann im Barsieb zurück? Ich kann mir das nicht so ganz vorstellen, auch von der Menge (bzw. Mischungsverhältnis Gin/Ananas) nicht.
Na sorry ich meinte zu 3/4 mit ananas füllen, die stückchen enthalten recht viel flüsssigkeit und mit dem gin und alles andere hast du dann einen füllmenge von etwa 9 - 12cl.
die kleineren stückchen werden durch das barsieb und dem teesieb quasi doppelt gesiebt und dadurch hast du nur flüssigkeit in dem gästeglas.... der so genannte doublestrain oder finestrain
meintest du das? oder kann ich noch irgendwie weiter helfen?
ja das geht, wenn man seine mise en place gemacht hat dann geht das auch ganz fix.
wo du dir das mal ansachauen kannst ist im KaDeWe am kurfürstendamm in berlin, oben in der feinschmecker etage an der bacardi bar... dort werden solch cocktails gemixt und zelebriert von der barschule berlin.
Die Güte des Cocktails hängt sehr stark von der Qualität der Ananas ab, und ich hab auch wenig Gin-Geschmack gehabt. Muß man etwas herumprobieren, bis man das richtige Verhältnis erwischt hat.
Der Rosie's Bombee kommt übrigens noch viel cooler, wenn man ihn in die ausgehöhlte Ananasschale gibt und so serviert! Einfach die dreifache Menge nehmen
Kurze Frage, wieviele Leute hier arbeiten in einer Bar, in einem Restaurant, einem Hotel?
Ich habe jetzt mittlerweile 5 verschiedene Unternehmen durch und es werden sicherlich auch frische Produkte benutzt, aber bei manchen Sachen greift jedes Unternehmen zu "Fertigprodukten", oder machen die meisten Läden ihre Pommes selbst?
Das sind alles einfach nur Kosten und Platzfaktoren. Wäre das GELD und der Umsatz egal, könnte man auch in einer Bar alle Cocktails mit frischen Orangensaft, frischen Ananassaft oder hmm Grapfruit, Mango und Co machen. Würde halt nur ziemlich teuer werden. ^^
Wollte damit nur mal etwas den Wind aus den Segeln nehmen. back to reality.
Der Rosies Bombee klingt sehr gut. Ich mag keinen Gin, aber ich denke der würde mit dem Honig und Ananas verdammt gut harmonieren.
Habe sowas ähnlich mit Ananas auch schon gemacht. (PINAHA siehe Rezept hier im Forum). Könnte nicht noch ein Stück Limette etwas Säure reinbringen? Und wenns nur als Deko hinzukommt am Glasrand? bzw. einen Limettensalzrand?
Anmeldungsdatum: 19.05.2009 Beiträge: 305 Wohnort: Wien
Verfasst am: Mi Jul 21, 2010 4:20 pm Titel:
ABSOLUT_VIENNA hat folgendes geschrieben:
*hust*
"cuisine style" (nur mit frischen Produkten...)
Kurze Frage, wieviele Leute hier arbeiten in einer Bar, in einem Restaurant, einem Hotel? ...
ich nicht, und ich bin sicher auch nicht der einzige hier. ich seh das forum auch hauptsächlich als eines für hobby-panscher, andererseits kommen die erfahrungen aus dem gerwerbe sicher allen hier zu Gute.
frische Früchte, ohne die mach ich eh wenig, aber diese ausdrückerei ist mir auch zu arbeitsintensiv, ganz ehrlich
Was ich damit bezwecken wollte, ist die Aussage, das in der Küche "nur frische Produkte" genutzt werden, immer und überall. Was leider nur bedingt stimmt. Viele Sachen werden natürlich, müssen natürlich Frisch gemacht werden, aber es ist eben auch vieles schon fertig. Was bei den Gewürzen genauso der Fall sein kann, wie eben bei vorgeschälten Kartoffeln oder oder oder.
Hygienisch ist es ferner so ne Sache, nicht jeder hat einen Kräutergarten. Erde in der Küche in Pflanztöpfen ist natürlich ein "No-Go". Ist nun der Bund DILL ein "frisches Produkt" oder nicht?
Darum gings mir. Ich komm aus der Gastro.
Ich habe mal im Fernsehen einen Bericht gesehen über ein wirklich *krasses Restaurant* wo du auch nur hin gehst, wenn du ZEIT und GELD hast. ^^
Da haben sie gezeigt, auf der Karte stand irgendwas mit Hühnerbrust oder so. Da wurde das Huhn erstmal fertig gemacht und kam dann in den Backofen (ohne scherz jetzt!) und dann wurde die Brust genommen nach etlichen Stunden (xD) und der Rest war dann "Abfall". Wäre also so, als würde man bei einem Karpfenfilet oder so erstmal den Karpfen killen, ausnehmen, filitieren und braten, anstelle von vorbereiteten Filetstücken.
Klingt unglaubwürdig, aber glaubts mir ruhig. War irgendwo in Deutschland ^^
Also in punkto "frische Produkte": stimmt sicher, dass sich sowas "in real life" nicht wirklich spielt. Allerdings kann man sich dadurch einfach von der Konkurrenz abheben. Die Preise sind dann ohnehin angepasst, da erwartet der Kunde auch nichts anderes. Siehe "frischer O-Saft". Kostet doppelt so viel wie der normale. Und dennoch gibt es Käufer dafür, eben weil er viel besser schmeckt und vermutlich auch noch mehr Vitamine hat...
Ähnlich würde sich das wohl mit dem Cuisine Style-Cocktail verhalten. Das muss klar ausgewiesen werden, dass frische Säfte und Kräuter verwendet werden. Das schmeckt man auch - und dann zahlt manch Kunde auch gerne etwas mehr.
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